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Ruandareise

Reisebericht Ruanda 13. - 22. Okt. 2014

Welche Entspannung hat sich breit gemacht, als endlich, vier Tage vor Abreise, die Visa eingetroffen sind. Zwei Telefonate mit der Botschaft in Kigali haben schlussendlich zum Erfolg geführt. Der Ebola Virus lag ebenfalls wie ein leichter Schatten über der Vorbereitungszeit und war ein immer wiederkehrendes Thema. Verschiedene Leute aus dem Bekanntenkreis haben uns auf die Gefahren aufmerksam gemacht und hätten uns gerne zurückgehalten. Natürlich soll man eine solche Epidemie nicht unterschätzen, aber wie sich dann herausstellte, war es im Land selbst kein Thema. Afrika ist sehr gross!

Ruanda1 Wir wurden am Flughafen von Bibiche, Leiterin der Frauenarbeit, und ihrer Familie sehr herzlich empfangen.

Auf der langen Reise haben wir drei Schweizerinnen uns schon etwas näher kennengelernt. Lilian Favarger, Leiterin der Frühstückstreffen Romandie, Fabienne Weber, Verantwortliche des örtlichen Frauenfrühstückes in Echallens und Maja Guidon, Leiterin der Frühstückstreffen Deutschschweiz. 

 

Wie sich dann später herausstellte, haben wir uns mit unseren verschiedenen Charakteren und Begabungen zu einem starken und ergänzenden Team zusammengefunden. Emotionen der Freude aber auch der Trauer waren stetige Begleiter auf dieser Reise. Wir haben oft und gerne zusammen gelacht und manchmal auch geweint. Eine Freundschaft ist entstanden.

 

 

 

 

 

 

 

Frauenkonferenz in Giseny

 

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Unsere Reise führte zuerst nach Giseny, am schönen Kivusee im nordwestlichen Teil Ruandas. Bibiche hat mit einem engagierten Team eine dreieinhalbtägige Konferenz organisiert. 80 Frauen aus 26 Regionen und eine Frau aus Burundi nahmen teil. Jede dieser Frauen ist eine Multiplikatorin der wachsenden Frauenarbeit im Land. Die Begegnung in diesem Rahmen war für alle Frauen ein ganz spezielles Erlebnis und eine grosse Ermutigung. Möglich gemacht wurde diese Konferenz durch die finanzielle Unterstützung aus der Schweiz, ohne die es für diese Frauen gar nicht möglich gewesen wäre, teilzunehmen.

Wir hielten Referate zu Themen  wie:  Identität und Selbstwert, Berufung leben, Vergebung und Versöhnung und Kindererziehung. In den Workshops vertieften wir jeweils die Themen, wobei die Frauen sehr offen und mutig über ihre schwierigen Lebenssituationen sprachen. Das Gebet für und mit diesen Frauen und die persönliche Anteilnahme ist wohl das Wertvollste, was wir ihnen geben können. Nur Gott kann die noch immer spürbaren und seelischen Auswirkungen des Genozids heilen und neue Hoffnung und Zuversicht schenken. Ihre Lebensgeschichten haben uns emotional sehr berührt und betroffen gemacht. Gleichzeitig wirft es auch die Frage auf, wie wir wohl mit all diesem Leid und den Ungerechtigkeiten umgehen würden.

 

Frauenfrühstück

Zum Abschluss, was hätte näherliegender sein können, liessen wir diese Konferenz mit einem Frauenfrühstück ausklingen. Für manche Frau war es wohl das erste Mal, ein so reichhaltiges Frühstück geniessen zu können. Jede Teilnehmerin bekam eine Bibel in Kinyarwanda und ein Foulard geschenkt, gespendet von Frühstücksmitarbeiterinnen der Schweiz. Es war für alle Beteiligten eine grosse Freude und ein Zeichen der Wertschätzung.

 

Ziegenprojekt in Ruhengeri 

Ruanda3Wie bei der letzten Reise konnten wir wieder ein Ziegenprojekt unterstützen. Diese Projekte werden in Zusammenarbeit mit Kirchgemeinden vor Ort organi-siert. Der Pfarrer koordiniert jeweils die Auswahl der bedürftigsten Witwen. Als wir diese Kirche in einem abgelegenen Gebiet erreichten, warteten schon sehr viele Kinder wie auch die Witwen auf uns, natürlich mit Gesang und Tanz. Wo immer es eine Möglichkeit gibt, geben sie auf diese Art ihrer Freude Ausdruck. Die 44 Ziegen waren an Pflöcken angebunden und warteten auf ihre neuen Besitzerinnen. Diese Frauen sind in einem sozialen Netz eingebunden und ein Projektverantwortlicher übernimmt die Betreuung. Das erste Jungtier wird jeweils einer anderen Witwe abgegeben und der weitere Nachwuchs darf behalten werden. Durch die Ziegen haben die Frauen Dünger für ihre Gärten, ein Tier zum Umsorgen und schlussendlich auch Fleisch zum Essen.

 

Besuch in einem Kinder/Waisenheim für geistig und körperlich behinderte Kinder. 

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 Wie habe ich mich (Maja) gefreut, die Kinder wieder zu sehen, die uns bei der letzten Reise nicht mehr von der Hand gehen wollten. Thomas, der eine sehr schwere Krankheit hat (Elefantiasis), Clarissa, ein sehr waches Mädchen und auch Ésperance, die Kleine, die in diesen drei Jahren kaum Fortschritte in der Entwicklung gemacht hat. Es ging mir sehr ans Herz. Wir brachten diesen Kindern etwas Schulmaterial, Kleider und auch finanzielle Unterstützung für das Notwendigste mit. Die verantwortlichen Nonnen aus dem St. Vincent Orden setzen sich mit viel Hingabe für diese Ärmsten der Armen ein. 

Mit vielen wertvollen und unvergesslichen Eindrücken sind wir wieder nach Hause zurückgekehrt. Wir fühlen uns geehrt, diese Frauen in Ruanda kennengelernt zu haben und dass wir an ihrem Leben Anteil nehmen durften.